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CONFIDENCE - Mobilitätssicherndes Assistenzsystem für Menschen mit Demenz

In enger Zusammenarbeit von Forschung und Betreuungseinrichtungen wurde, auf europäischer Ebene, ein mobilitätssicherndes Assistenzservice für Demenzkranke entwickelt und erprobt, das persönliche Hilfeleistungen mit aktuellen Technologien kombiniert. Demenzerkrankte können damit länger mobil und aktiv bleiben.

Kurzbeschreibung

Die Lösung wurde 2014 mit zwei internationalen AAL-Awards ausgezeichnet.

Primäre EndanwenderInnen des mobilitätssichernden Assistenzservices sind ältere Menschen mit ersten Anzeichen kognitiver Einschränkungen, beginnender Demenz bis hin zu mittelschweren demenziellen Erkrankungen.

Sekundäre EndanwenderInnen sind pflegende Angehörige, professionelle Pflegekräfte und Freiwillige.

EndanwenderInnen wurden in allen Projektphasen intensiv eingebunden, etwa durch Workshops in Österreich, der Schweiz und Rumänien.

Basierend auf den Ergebnissen, wurden folgende Thematiken im Assistenzsystem berücksichtigt:

  • Unterstützung im Tagesablauf und im Notfall,
  • Orientierungslosigkeit und Vergesslichkeit,
  • soziale Inklusion und
  • Entlastung der Betreuungspersonen.

App, Webportal und Community

Im europäischen Active and Assisted Living (AAL)-Projekt CONFIDENCE wurden zwei Smartphone- Applikationen – eine für primäre und eine für sekundäre EndanwenderInnen – sowie ein Webportal für die erweiterte Unterstützung und Administration der sogenannten „CONFIDENCE Community“ entwickelt.

Es wurden eine Unterstützungsfunktion mit Video- und Sprachtelefonie, eine Notfallfunktion mit Notrufknopf, eine Kalender- und Erinnerungsfunktion, eine Navigationsfunktion sowie eine Umgebungsfunktion mit Informationen zu aktuellen Wetterbedingungen und Bekleidungstipps umgesetzt.

Ziel der CONFIDENCE Community ist es, alle am Pflegeprozess beteiligten Personen sowie Freiwillige zu integrieren, Zuständigkeiten und Aufgaben über das CONFIDENCE- Webportal zu koordinieren und die Angehörigen dadurch zu entlasten.

Feldtest mit primären und sekundären EndanwenderInnen

Das System wurde in zwei sechswöchigen Feldtests unter realen Bedingungen mit ca. 450 primären und sekundären EndanwenderInnen in Österreich, in der Schweiz und in Rumänien getestet.

Nach der Nutzung meinten 51 Prozent der primären EndanwenderInnen, dass CONFIDENCE einen positiven Einfluss auf ihr Leben hatte, und nannten ein erhöhtes Sicherheitsgefühl, mehr Kommunikation und gesunkene Vergesslichkeit als Gründe.

Aktuell wird an der Produktüberführung gearbeitet. Die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale des Produkts sind die Kombination von IKT und personenbezogener Unterstützung, unterschiedliche Servicelevels, die Möglichkeit zum Aufbau und zur Integration von Pflegenetzwerken und die gemeinsame Entwicklung mit „realen“ EndanwenderInnen. Es ist geplant, CONFIDENCE künftig über Hilfsorganisationen zu vertreiben.

Projektbeteiligte

Konsortialführer

Salzburg Research Forschungsgesellschaft m. b. H.

Weitere Konsortialpartner

  • Ana Aslan International Foundation of Ageing
  • Eichenberger-Szenografie
  • Hilfswerk Salzburg Gemeinnützige GmbH
  • iHome Lab, Hochschule Luzern
  • ilogs mobile software GmbH
  • Presence Displays B. V.
  • Raiffeisenlandesbank Kärnten – Rechenzentrum
  • und Revisionsverband reg. Gen. m. b. H.
  • Swisscom Participations Ltd
  • terzStiftung

Beteiligte Länder 

Niederlande, Österreich, Rumänien, Schweiz

Kontaktadresse

Projektkoordinatorin

DIin (FH) Mag.a Cornelia Schneider
E-Mail: cornelia.schneider@salzburgresearch.at

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