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EyeControl - Innovative Blickforschung

Im kooperativen Forschungsprojekt EyeControl wird Blickkontakt als Interaktionsmittel zwischen Menschen und komplexen Industrieanlagen erforscht. Ziel ist die blickbasierte Maschinensteuerung.

Kurzbeschreibung

Blickforschung hat jüngst etwa in den Bereichen der visuellen Wahrnehmung, Aufmerksamkeit sowie der nonverbalen Kommunikation bedeutende Ergebnisse erzielt. Mit der Verfügbarkeit neuer, mobiler Blickverfolgungstechnologien gewinnt die Blickforschung nun auch rasant an Anwendungsmomentum.

Während sich bisherige Forschungsfragen hauptsächlich auf Usability-Studien, Bewertung von Werbewirksamkeit oder Eingängigkeit von Websites konzentrierten, greift das Projekt EyeControl die bisher nicht oder nur unzufriedenstellend behandelte Forschungsfrage von reinen Blickkontakten als explizitem und implizitem Interaktionsmittel zwischen Mensch und komplexen Industrieanlagen auf.

Eye-Tracking-Ansätze für blickbasierte Interaktion

EyeControl zielt darauf ab, den menschlichen Blick als Interaktionsmodalität mit industriellen Maschinen und Anlagen zu realisieren. Auf dem Weg zur blickbasierten Interaktion können die Projektpartner auf innerhalb der Forschungsgruppe entwickelten Eye-Tracking-Ansätzen wie opportunistischer Blickmessung, Echtzeiterfassung von Aufmerksamkeit und kognitiver Auslastung aus Blickverhalten sowie Ein- und Ausschalten per Blickkontakt aufbauen. Dabei ist EyeControl diametral zu traditionellen Augmented- und Mixed-Reality-Lösungen für die Mensch-Maschine-Kommunikation angelegt.

Im Rahmen des Projekts wird ein universeller und wiederverwendbarer Methodenapparat aus Steuerungskomponenten (Pointing, Selecting, Manipulating etc.) entwickelt, der in Form von Plug-and-Play-Modulen blickbasierte (Maschinen-)Steuerungen in einem weiten industriellen Anwendungsfeld (Konstruktion, Wartung, Reparatur, Qualitätssicherung etc.) vereinfachen soll.

Technologisch baut EyeControl auf mobilen Eye-Tracking-Sensoren auf, um

  • Blickverhalten in Echtzeit zu analysieren,
  • Wahrnehmung und Bewusstsein basierend auf kognitiven Modellen von FabrikarbeiterInnen zu bewerten und letztlich
  • Auslöser für explizite und implizite Interaktion auf Industriellen Anlagen zu entwickeln.

Kooperation mit Weltmarktführern

Das Projekt wird in Kooperation mit österreichischen und europäischen Weltmarktführern der industriellen Produktion (Industrie 4.0) durchgeführt. Realisiert werden

  • die Optimierung der Produktqualität durch menschliche visuelle Inspektion und
  • die aufmerksamkeits- und prozessgeleitete Interaktion bei komplexen Montagetätigkeiten.
  • Die angestrebten Ergebnisse stellen eine fundamentale Grundlage für neue, unkonventionelle Mensch-System-Interaktion auch in anderen Anwendungsdomänen wie beispielsweise in der Medizintechnik und der Instandhaltungstechnik dar.

Projektbeteiligte

Konsortialführer

Johannes Kepler Universität Linz

Weitere Konsortialpartner

  • Research Studios Austria
  • Forschungsgesellschaft mbH
  • voestalpine Polynorm GmbH & Co. KG
  • voestalpine Stahl GmbH

Kontaktadresse

Projektkoordinator

Univ.-Prof. Mag. Dr. Alois Ferscha
E-Mail: ferscha@pervasive.jku.at

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