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RegionAAL - Wirksame Lösungen für den Verbleib zu Hause

In hundert steirischen Testhaushalten im vorwiegend urbanen Raum kommen integrierte Ambient Assisted Living (AAL)-Lösungen zum Einsatz. Die Wirksamkeit wird wissenschaftlich evaluiert.

Kurzbeschreibung

RegionAAL ist die steirische Aktive Assisted Living (AAL)-Testregion im Raum Graz, Leibnitz und Deutschlandsberg. Ziel des Projekts ist es, ältere Menschen dabei zu unterstützen, länger in ihrer gewohnten Umgebung wohnen zu können. Dies soll dadurch erreicht werden, dass Informations- und Kommunikationstechnologien eingesetzt werden, die von älteren Menschen tatsächlich angenommen und verwendet werden.

Im Rahmen des Projekts werden die tatsächlichen Bedarfs- und Evidenzlagen identifiziert und analysiert. Bestehende Technologien werden erweitert, integriert und in einer einjährigen wissenschaftlich begleiteten Evaluation in rund hundert Testhaushalten auf ihre Wirksamkeit bezüglich der gesetzten Ziele untersucht.

Erhöhung der Lebensqualität als gesamtgesellschaftliches Ziel

Das Ziel vieler älterer Menschen, so lange wie möglich im häuslichen Umfeld zu bleiben und sich darüber hinaus eine hohe Lebensqualität zu erhalten, ist auch gesamtgesellschaftlich ein wichtiges Ziel, das unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Europäischen Union unterstützt wird.

Doch das Altern führt häufig zum Auftreten von physischen und psychischen chronischen Erkrankungen (wie etwa Diabetes, Bluthochdruck und Depression). Die Multimorbidität geht bei älteren Menschen mit sozialer Exklusion und mit gefühlter oder tatsächlicher Hilfsbedürftigkeit einher. Dadurch steigt der pflegerisch-soziale Unterstützungsbedarf, um zufrieden zu Hause leben zu können.

Wissenschaftliche Beurteilung der Wirksamkeit

Unter dem Namen Ambient Assisted Living (AAL) wurden in Forschungsprojekten schon viele innovative Informations- und Kommunikationstechnologien zur Unterstützung älterer Menschen entwickelt und in kleinerem Umfang getestet, jedoch nur wenige Lösungen waren bislang erfolgreich. Es stellt sich die Frage, warum es nur wenige Erfolge der Technologien gab und ob an den eigentlichen Bedürfnissen der älteren Menschen vorbeigeforscht und vorbeientwickelt wurde.

Ziel des Projekts RegionAAL ist es, Informations- und Kommunikationstechnologien, die tatsächlich angenommen und verwendet werden, zur Unterstützung von älteren Menschen einzusetzen und die Wirksamkeit dieses Einsatzes wissenschaftlich zu beurteilen.

RegionAAL integriert bereits verfügbare und für alle Menschen entwickelte Technologien und setzt sie für ältere Menschen ein, um ihnen eine höhere Lebensqualität und ein potenziell längeres Verweilen zu Hause zu ermöglichen. Bei der Auswahl der Technologien wurde darauf geachtet, dass diese nach dem Projekt weiter eingesetzt werden können – ein wesentlicher Punkt für die teilnehmenden GesundheitsdienstanbieterInnen.

Wohnungen in überwiegend urbanen Bereichen werden mit unterstützenden Technologien und Funktionen beispielsweise

  • Tablet,
  • Smartwatch,
  • Videotelefonate,
  • Erinnerungen,
  • Sturzerkennung,
  • Beleuchtungsunterstützung,
  • Funkklingel

ausgestattet, die durch eine Analyse der Bedarfs- und Evidenzlage identifiziert wurden. In einer einjährigen Nutzungsphase werden Annahme und Wirksamkeit (das heißt die Steigerung des objektiven und subjektiven Wohlbefindens) dieser Unterstützung getestet und wissenschaftlich beurteilt.

Entlastung von Pflegenden und mehr Betreuungszeit

Unterstützende Technologien sind jedoch nur ein Aspekt. Die gewohnte Versorgung und Betreuung durch soziale Strukturen (Familie und FreundInnen) und formelle Pflegestrukturen ist unumgänglich. Persönliche Kontaktaufnahmen sollen durch RegionAAL nicht im Umfang verringert werden, sondern durch die Unterstützungen auf andere Aspekte verlagert werden, sodass effektiv mehr Zeit für die Betreuung zur Verfügung steht. Die eingesetzten AAL-Lösungen können auch zur Entlastung von Pflegenden (hauptsächlich Frauen) beitragen und so einen längeren Verbleib der zu Pflegenden zu Hause ermöglichen.

Angestrebte Ergebnisse von RegionAAL sind:

  • eine wissenschaftlich basierte Festlegung der Zielpopulation (klar identifizierter Bedarf) und eine Definition zu implementierender AAL-Technologien auf Basis einer Abschätzung der erwarteten Wirksamkeit;
  • eine Unterstützung für Pflegebedürftige zu finden, die die Lebensqualität steigern bzw. erhalten und so unter Umständen eine Heimbedürftigkeit hinauszögern kann;
  • Lösungen für PflegeanbieterInnen einer Region zu etablieren, sodass dieses Angebot (Technologie und Betreuung) bei diesen Einrichtungen übernommen werden kann;
  • durch eine begleitende Studie zur Nutzung Aussagen darüber zu erhalten, in welchem Umfang die Technologieunterstützung angenommen wird und zur Problemlösung beiträgt;
  • Informationsaustausch mit anderen AAL-Regionen zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch.

Projektbeteiligte

Konsortialführer

JOANNEUM RESEARCH
Forschungsgesellschaft m. b. H.

Weitere Konsortialpartner

  • Geriatrische Gesundheitszentren der Stadt Graz
  • PWH Kirschallee GmbH
  • Resch Elektrotechnik GmbH
  • Sozialverein Deutschlandsberg

Kontaktadresse

Projektkoordinator

DI Kurt Majcen
E-Mail: kurt.majcen@joanneum.at

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