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SignAAL - Assistenzsystem für Sicherheit unterstützende Aufgaben

Im Forschungsprojekt wurden technische Lösungen entwickelt, die Sicherheit unterstützende Aufgaben automatisch übernehmen. Ein intelligentes Zimmer soll helfen Unfälle zu vermeiden und im Notfall Hilfe holen.

Kurzbeschreibung

Ist vielleicht im dunklen Zimmer jemand gestürzt oder braucht Hilfe? In vielen Seniorenwohnungen wird auf ausdrücklichen Wunsch mehrmals pro Nacht nachgesehen, ob alles in Ordnung ist.

Das Betreuungspersonal öffnet die Wohnungstüre und horcht, ob etwas Außergewöhnliches zu hören ist, bzw. sieht nach, ob die Person im Bett ist. Den älteren Menschen ist es wichtig zu wissen, dass jemand regelmäßig vorbeischaut und sie daher in einem Notfall (z.B. Sturz beim Gang aufs WC) zeitnah aufgefunden werden. Bei Menschen mit Demenz ergibt sich erfahrungsgemäß vermehrte Nachtaktivität und daher eine Verstärkung der Nachschauproblematik.

Im Forschungsprojekt signAAL wurde ein modulares technisches Assistenzsystem entwickelt und erprobt, das die objektive und die subjektiv empfundene Sicherheit älterer Personen während der Nachtzeit erhöht und die Arbeit der Betreuungspersonen (im institutionellen Bereich oder für Angehörige) erleichtert.

Das System besteht aus unauffällig im Wohnbereich angebrachter Sensorik mit einer zentralen Sammelstelle und Algorithmen, die basierend auf individuell konfigurierbaren Regeln ungewöhnliche bzw. möglicherweise gefährliche Situationen erkennen und auf den Mobilgeräten der Betreuungspersonen anzeigen. Die Ereignisse werden automatisiert in einem angebundenen Pflegedokumentationssystem abgelegt.

Zentrale Idee ist, einerseits die Belastung durch die derzeit regelmäßig durchzuführenden Kontrollgänge durch innovative Echtzeitalarmierung zu reduzieren und anderseits im Falle einer Notsituation schneller als bisher Hilfe veranlassen zu können.

Umfangreiche Tests sowohl im betreuten Wohnen mit selbstständig lebenden älteren Menschen wie auch in Demenz-Wohngemeinschaften mit stark sturzgefährdeten Personen demonstrierten das Potenzial des Systems. In einigen Fällen konnten mithilfe der vom System erfolgten zeitnahen Alarmierungen bereits Stürze älterer Personen verhindert werden.

Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang auch rechtssoziologische und ethische Fragestellungen. Auch daran wurde im multidisziplinären Projektkonsortium gearbeitet sowie Richtlinien und Checklisten für Produktdesign und Produkterprobung erstellt.

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