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Optionsanalyse Silicon Austria Cluster: Elektronische Systeme der Zukunft

Der Fokus dieser Optionsanalyse richtet sich auf strukturell wirksame industrie- oder innovationspolitische Interventionen im Bereich von elektronisch basierten Systemen

Bibliographische Daten

Anton Geyer
Herausgeber: bmvit
Deutsch, 30 Seiten

Inhaltsbeschreibung

Die Elektronik-Industrie steht seit einigen Jahren im Zentrum industriepolitischer Diskussionen in Europa. Die europäische Industrie steht unter einem massiv gesteigerten Konkurrenzdruck aus dem asiatischen und US-amerikanischen Wirtschaftsraum, wo aufgrund großer staatlicher Investitionen Auslagerungen von europäischen Produktionskapazitäten und damit der Verlust an Weltmarktanteilen drohen könnten. Die Konvergenz von hardwareorientierten Industrien (Mikro-und Nanoelektronik, Ausrüsterindustrien, Bauelementeindustrien), avancierter Softwareindustrien (Design, Software und Services) und domainspezifischen Systemintegratoren übt weiteren Anpassungsdruck auf Anbieter in Europa aus.

Die Mitteilungen der Europäischen Kommission zur europäischen Elektronikindustrie, zur Reindustrialisierung Europas sowie zur Rolle der KETs für die Wettbewerbsfähigkeit der Hightech-Industrien stellen zentrale politische Antworten auf diese Herausforderungen dar. Das erklärte Ziel der europäischen Strategie für mikro- und nanoelektronische Komponenten und Systeme ist es, eine Trendumkehr in den rückläufigen Produktionskapazitäten Europas zu erwirken, den Ausbau der technologischen Führerschaft in komplexen hochintegrierten Systemen zu sichern und eine Verdopplung des europäischen Weltmarktanteils an der Wafer-Produktion zu erreichen.

Um dieses Ziel zu erreichen, haben die EU und ihre Mitgliedsstaaten in den vergangenen Jahren durch die Einrichtung der beiden gemeinsamen Technologieinitiativen ARTEMIS und ENIAC im Jahr 2008, deren Bündelung und Aufwertung in ECSEL im Jahr 2014 sowie durch die Fortführung der Eureka-Cluster CATRENE und ITEA 3 die Forschungs-und Innovationsförderung auf ein höheres Förderungsniveau gehoben.

Im Kontext der europäischen Mikroelektronikindustrie verfügt der Industriestandort Österreich über ein vergleichsweise hoch entwickeltes Industrieprofil, das auch wesentliche Beiträge zur Erreichung der oben genannten europäischen Ziele leisten kann.

In Österreich sind drei Integrated Device Manufacturers (IDM) angesiedelt, davon zwei mit lokalen Produktionskapazitäten. Zudem finden sich einige international führende Ausrüsterunternehmen, starke Nischenplayer im Software- und Elektronikbereich, mehrere kleinere bis mittelgroße Forschungszentren und Clusterorganisationen sowie einige spezialisierte Universitätsinstitute am Standort.

Komplettiert wird dieses Bild durch starke Anwenderindustrien (vor allem im Automotive-, Aeronautik- und Rail-Bereich), wodurch eine vertikale Integration innovativer mikroelektronischer Lösungen in hochentwickelte Wertschöpfungsketten vor Ort unterstützt wird.

Für eine längerfristige Positionierung des Elektronik-Standortes Österreich ist es zielführend innovationspolitische Handlungsfelder zu identifizieren, die durch nachhaltige infrastrukturelle Maßnahmen zum Aufbau von auch im europäischen Kontext leistungsfähigen FuE- und Industriekapazitäten führen.

Folgende Handlungsfelder stehen im Kern der Untersuchungen in dieser Optionsanalyse:
Die Einrichtung neuer oder der Ausbau bestehender Forschungskapazitäten (vor allem im RTO-Umfeld), der Aufbau langfristiger strategischer Allianzen zwischen verschiedenen Schlüsselakteuren sowie Vorschläge zur Einrichtung von Stiftungsprofessuren oder anderer Human Resources Maßnahmen an österreichischen Universitäten und Forschungseinrichtungen.

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